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Hier finden sich einige Gedichte, die ich geschrieben habe.
Die Reihenfolge ist willkürlich und impliziert keine tiefere Bedeutung.

Traum a la Beatles
Grade achtzehn
Von der Meise
Letzter Krieg
Hommage an Roald Dahl
Anthroposophisches Oszilloskop
Smog
Der Fluss
Ende
Vom Joghurt
Das Leben
Selbstbetrug
Die Weihenacht
Ach Herbst
Der Regenwurm
Das wose Rakel
Fischgebein
Limericks
Wehrdienst in 16 Versen (Veröffentlichung in Junger Soldat Mai 1988)

 

1991

Traum a la Beatles

Ach, hätte ich ein U-Boot,
ich hätt' es stets dabei,
verdiente mir ein Zubrot
mit der Schatzsucherei.

Ich würd' sofort abtauchen,
sobald die Welt mich nervt
und würde gar nichts brauchen,
als eine kleine Werft.

Dort würde ich's bekleben
mit Blumen überall
und würde mich begeben
zum großen U-Boot-Ball.

Was würden wir da schunkeln
zum Unterwasserklang.
Das ganze blieb im Dunkeln,
verborgen unter Tang.

Nur die Marineboote,
mit Waffen atomar,
ob blaue oder rote,
sähn uns auf dem Radar.

Sie kämen angefahren
und reihten sich mit ein,
und tanzten mit in Scharen.
Ach, könnt es doch so sein!

 

1990

Grade achtzehn

Er war grade erst achtzehn, und er fühlte sich frei.
Und er fand, dass von allen der coolste er sei.
Denn seit dreieinhalb Wochen schon mit Führerschein,
der gehörte dazu, um ein Mann zu sein.

Und sein Vater hat ihm gleich ein Auto geschenkt,
und seit er den "eigenen" Wagen gelenkt,
war er stark durch den Drive, den das Gaspedal gibt -
und auch endlich bei einigen Mädchen beliebt.

Und dann ist es Freitag, es geht endlich los.
Die Disco liegt abseits, sie ist riesengroß.
Und er stürzt sich hinein, da umfängt es ihn schon,
dieses Bad für die Sinne, reine Faszination.

Viermal tausend Watt Sinus, die Bassdrum schlägt zu,
eine flackernde Leinwand zeigt die Videos dazu.
Und ein williges Mädchen, das findet er auch.
Und ein zuckender Laser malt ein Herz in den Rauch.

Gegen vier Uhr am Morgen treten sie an das Licht.
Ob er müde sei, fragt sie. "Natürlich noch nicht."
"Komm, ich bring dich noch eben.", das klingt ja so gut.
Schneller Griff nach dem Radio, hat den Takt noch im Blut.

Als der alte Kadett dann die Kurve erreicht,
fuhr er "knapp über hundert", hundertfünfzig vielleicht.
Und er wollte noch lenken, aber hatte verspielt,
weil die rechte Hand grade das Feuerzeug hielt.

Als man sie aus dem brennenden Wrack rausgeholt,
war das Mädchen zur Unkenntlichkeit schon verkohlt,
während er ein Stück weiter in Glasscherben lag.
Nur das Radio spielte noch laut: "So ein Tag..."

Er war grade erst achtzehn, doch er wurde nicht frei.
Und er fand, dass das Leben nicht lebenswert sei.
Denn nach einiger Zeit kriegte er einen Schein,
der gehörte dazu, um behindert zu sein.

 

1991

Von der Meise

Flog einst eine kleine Meise
frohen Mutes lauter Kreise,
sang dabei die schönste Weise,
manchmal laut und manchmal leise.

Unsre Meise fliegt recht lange,
und wir fragen uns schon bange,
ob der Mensch dort mit der Stange
und dem Netz daran sie fange.

Doch die Meise war zu helle,
kreist genau an jener Stelle,
wo mit wütendem Gebelle
einem Hund sich sträubt das Felle,

der dem Mensch den Garaus machte.
Dieser bis zum Schluss nur dachte:
"Nächstens auf den Hund ich achte!"

Und die Meise flog und lachte.

 

1989

Letzter Krieg

Eines Tages, wenn das Licht auf Erden vergeht,
wenn das Leben zur Strafe wird und nicht mehr lohnt,
wenn glühender Wind die Städte überweht,
und das Gift im Wasser niemand mehr schont,
dann fragen sich die Menschen mit trostlosen Blicken,
was sie falsch gemacht haben, und vor allem: "Warum?"
Und die Knie beginnen ihnen einzuknicken,
da sagt einer ganz leis: "Mann, sind wir dumm.
Wir haben uns ein Lügengerüst gebaut
von einem Gott, der uns allmächtig beschützt.
Wir haben blind auf Ausreden vertraut.
Was hat uns das genützt?"

Ein andrer erhebt sich, seine Stimme bricht:
"Was redest du da, das ist Blasphemie!
Du wagst es zu lästern, du ketzerischer Wicht.
Die Menschen sind schlecht, aber die Kirche lügt nie!"
Und andre schrein, wenn auch fast ohne Kraft:
"Was weißt denn schon du, alter Katholik!"
Sie torkeln und stolpern, doch sie haben's geschafft:
Sie sind völlig am Ende, aber es ist wieder Krieg.
"Mit Gott!" ist zu hören, dann schlagen sie zu.
Sie geben nicht auf, bis sie alle zerfetzt.
Und eher als geplant noch kommt die Erde zur Ruh.

Wenn es Gott doch gibt, dann lächelt er jetzt.

 

1989

Hommage an Roald Dahl

Es stritt sich einst ein Ehepaar,
es war ein Streit wie viele.
Als man so recht in Rage war,
erschallt es durch die Diele:

"Du bist doch nur ein mieses Schwein",
so sagte er verächtlich.
Und dann, wie sollt es anders sein,
verkehrten sie geschlechtlich.

So lief das nun schon Tag für Tag,
der Frieden war längst flöten.
"Wenn ich sie nur im Bett noch mag,
sollt ich sie besser töten."

Gedacht, getan, es ging so schnell,
das Ziel auch zu erreichen.
Nur einmal zu stach das Skalpell,
dann sah man sie erbleichen.

Als diese Tat nun war vollbracht,
zersägt er sie in Stücke,
warf diese dann in finst'rer Nacht
von einer hohen Brücke.

Er ging nach Haus und legt sich hin,
er wollte nur vergessen,
doch kam ihm trotzdem in den Sinn,
noch schnell ein Stück zu essen.

Er schritt zum Kühlschrank, sah hinein
und fand noch etwas Brühe.
Die zog er sich dann also rein,
zum Schluss mit etwas Mühe.

Und da sah er am Tellergrund,
mit Edding aufgeschrieben:
"Fühlst du dich jetzt wohl ungesund,
ist mir der Sieg geblieben.

Ich ahnte längst, du tötest mich,
mein Kopf, der würde rollen.
Doch würdest du, das wusste ich,
danach noch essen wollen..."

 

1989

Anthroposophisches Oszilloskop

Heute stellen wir die Frage,
wie man einen Sinus misst
ohne Messgerätanlage,
weil man diese oft vergisst.

Nun, wir brauchen nicht verzagen,
eine Lösung ist in Sicht.
Doch wir müssen eines sagen:
ohne Opfer geht es nicht.

Denken wir an die Froschschenkel,
fällt uns ein Versuch gleich ein,
und wir öffnen uns die Senkel,
um den Fröschen gleich zu sein.

Um den Sinus gut zu sehen,
färben wir ihn möglichst bunt,
tauchen eine von den Zehen
tief in Farbe, bis zum Grund.

Danach nehmen wir 'nen Hocker,
lassen uns darauf herab.
Und der Fuß, der baumelt locker,
reicht zum Boden grad noch knapp.

Für den allerletzten Willen
schreiben wir ein Testament.
Dieses geben wir im Stillen
einem treuen Assistent.

Jener nimmt sodann ein Kabel,
das den Sinus schon enthält,
klemmt es schnell an unseren Nabel,
Leb nun wohl, du schöne Welt!

Wird der Hocker jetzt geschoben,
möglichst schnell, wie es halt geht,
wird der Sinus nachgezogen
von dem Zeh als Schreibgerät.

Die Moral von der Geschichte
haben wir nicht mitgekriegt:
Gingen wir auch dran zunichte,
hat die Forschung doch gesiegt!

 

1989

Smog

Regenverhangen, warm und davon erdrückt,
auskondensierte Depression.
Lauer, quälender Wind.
Im Kopf ein dunkler Ton.
Keine Erlösung durch Luft und schon weit entrückt,
planlos wie ein Kind.

Totale Stille, kein kühler Regen, der fällt.
Nichts ist zu sehen.
Alles ist heiß.
Gelähmt zu gehen.
Modrige Schwere, die gefangen hält,
das ist der Preis.

 

1990

Der Fluss

Es liegt eine Stadt zwischen Hügeln im Tal,
am Fluss, der sich ewig schon windet
und stetig am Horizont schwindet.
Der Ort feiert heute zum tausendsten Mal:

Seit eintausend Jahren nun gibt es die Stadt,
das wurde zum Anlass genommen,
dass hoher Besuch angekommen,
der tiefe Beziehung zur Gründung noch hat.

Der Bischof des Landes, so steht es im Buch,
hat damals den Grundstein gemauert,
der eintausend Jahr überdauert.
Und heut, als Symbol, kommt der gleiche Besuch.

Er geht durch das Tor auf den Marktplatz jetzt zu,
wo Leute zu Tausenden stehen,
den Stifter der Kirche zu sehen.
Es herrscht eine seltsame, einige Ruh.

Des Bischofs Ornat leuchtet purpurn im Licht,
mit feierlich langsamem Schritte
erreicht er des Marktplatzes Mitte,
steigt dort aufs Podest, hebt die Stimme und spricht:

"Ihr wisst, was geschah, an dem Tag zu der Zeit.
Ihr werdet es heute erleben,
was damals sich hier hat begeben:
Mit Flusswasser wird eure Stadt neu geweiht."

Der Bischof im Wagen zum Flusse dann rollt.
Dort drängt sich die riesige Menge,
und keiner bemerkt in der Enge
den Donner, der leis in der Ferne schon grollt.

Doch als dann der Bischof das Wasser erreicht,
und füllet den silbernen Becher,
wird ringsum der Jubel schon schwächer,
und viele Gesichter, die sieht man erbleicht.

Und dann krachen Donner und Blitze herab.
Und hört man den Donner verhallen,
so scheint er wie Sprache zu schallen,
eiskalt und so unheimlich wie aus dem Grab.

Die Menschen stehn starr, diese Stimme, sie schreit:
"An diesem Platz nahmt ihr mein Leben.
Ihr habt es dem Fluss übergeben
und damit die Stätte für immer entweiht.

Ihr habt euch an Gott und am Teufel versucht.
Ihr ließt mich zur Hexe erklären,
den Körper mit Steinen beschweren.
Die Kirche hat Schuld und sei ewig verflucht."

Der Bischof, der aschfahl dies angehört hat,
der hebt nun den silbernen Becher:
"Mich schrecken nicht Satanas' Rächer!
Ich weihe das Wasser, den Fluss und die Stadt!"

Und kaum ist verklungen des Bischofes Wort,
beginnt auch die Flut schon zu steigen,
macht Ufer und Steg sich zu eigen.
Sie spült, was im Weg ihr steht, gnadenlos fort.

Sie kommt an die Stadtmauer schließlich heran,
da flehen die Menschen ums Leben:
"Halt ein, Fluss, wenn Opfer wir geben!
So nimm doch den Bischof als Ablass bloß an!"

Erneut tönt die Stimme, voll Hohn, bodenlos:
"Ihr habt ja schon wieder verraten!
Verdammt seid ihr für eure Taten.
Die Schuld, die ihr habt, werdet niemals ihr los!"

Die Flut weicht zurück, lässt die Stadt unversehrt,
der Bischof wird nicht mehr gefunden.
Doch machen Gerüchte die Runden,
er läge im Flussbett mit Steinen beschwert.

 

1990

Ende

Es war so schon immer, und es ist so auch jetzt -
das Leben wird gnadenlos durchgehetzt.
Kaum einer, der stehnbleibt und innehält.
Wir sehen sie nicht, unsere sterbende Welt.

Dabei ist es tödlich, sich blind zu bewegen,
wir wandern doch alle auf schmalen Stegen.
Wir halten zwar unsicher schwankend Balance,
und haben in Wirklichkeit längst keine Chance.

Wer ständig die Augen schließt, fällt einmal doch,
dann ist er am Boden, wo als Kind er schon kroch.
Dort ist der geschundenen Erde er nah,
die er vorher vom Laufsteg des Lebens nur sah.

Er liegt zwischen dem, was er fallengelassen,
und er fürchtet sich sehr vor den riesigen Massen
von Plutonium, Müll und dem Meer aus Chemie,
dessen ätzende Wellen ihn quälen wie nie.

Doch wie sehr er auch schreit, es gibt nichts mehr zu retten,
die Erde befreit sich der menschlichen Kletten.
Die Urgewalten zerschmettern den Steg,
und Milliarden von Menschen, die reißt es von Weg.

Jetzt im Fall machen endlich die Augen sie auf,
und sie sehn mit Entsetzen des Untergangs Lauf.
Und dass sie ihn sehen, ertragen sie nicht,
und sie halten die Hände vor's zerfress'ne Gesicht.

Wenn das letzte Leben am Ende verschwelt,
vergiftet, verstrahlt und vom Hunger entseelt,
senkt sich langsam ein Regen aus Asche herab
und bedeckt überall jenes riesige Grab,
das die Welt war, auf der einst die Menschen gesessen -
doch im Kosmos sind sie in Sekunden vergessen.

 

1991

Vom Joghurt

Scheint vom Himmel hell die Sonne,
ess den Joghurt ich mit Wonne.

Regnet's auch mal wie aus Kübeln,
kann's den Joghurt nicht verübeln.

Steht das Wetter völlig Kopf,
ess ich doch den Joghurttopf.

Für mein Joghurt-Mittagsmahl
ist das Wetter scheißegal.

 

1988

Das Leben

Das Leben ist ein träger Fluss
von ungeheurer Breite.
Ein jeder ihn durchschwimmen muss
von hier zur andren Seite.

"Was hat's gebracht?", so fragt man sich,
sobald man angekommen.
Ein Gott, der Herr erwartet dich,
so sagen meist die Frommen.

Die Atheisten haben's schwer,
den Lebenssinn zu suchen.
Doch können sie dann umso mehr
den ganzen Murks verfluchen...

 

1989

Selbstbetrug

Was ist es denn, das in mir bricht,
wenn Hoffnung längst begraben war,
das doch so tief ins Herz mir sticht?
Als ob ich nie daran gedacht,
die Ahnung immer weggelacht...
Nun bietet sich auf einmal dar

ein Trümmerfeld der Illusion,
die durch ein Lächeln nur geschürt
zufrieden war mit diesem Lohn,
um wach zu bleiben lang genug.
Sie war am Ende Selbstbetrug
und trifft nun den, dem es gebührt.

 

1990

Die Weihenacht

Wenn es glitzert und funkelt nun all überall,
und verzaubert vom Licht strahlt das Eiskristall,
und auch alle die todkranken Tannenwipfel
gnädig bedeckt sind durch Neuschneezipfel,
ja dann freut euch, ihr Leute und habt auch gut acht,
wie es ringsum so schliddert und lustig es kracht.
Wenn der Radiosprecher froh Botschaft euch bringt,
dass der Straßenverkehr grad im Chaos versinkt,
wenn der Mensch sich besinnt, und dies dadurch beweist,
dass er hingebungsvoll seine Autos enteist,
um sich dann, stets im Stau, in die Städte zu schleichen,
wo er nicht mehr allein sondern mit seinesgleichen
hoch bepackt im Gewühl auf der Rolltreppe steht,
fühlt er sich wohl im Geiste so christlich durchweht,
denn Verschenken, das ist doch sein irdisches Glück,
und so kauft er dann auch manches recht teure Stück.

Wenn es glitzert und funkelt im Neonlicht,
und der Umsatz im Kaufhaus Rekordmarken bricht,
dann holt Luft, atmet durch, macht das Herze euch weit:
Jetzt ist Freude befohl'n, es ist Weihnachtszeit!

 

1995

Ach Herbst

Du Herbst bist da, es fall'n die Blätter.
So steht's in jedem Herbstgedicht.
Doch die Misere mit dem Wetter
beschreiben viele Verse nicht!

Du fegst als Herbststurm durch die Äste
und nimmst den Blättern ihren Halt.
Des grünen Kleides letzte Reste,
die kleben traurig am Asphalt.

Dort werden sie zur glatten Falle
für Menschen, Autos und auch Rad.
Sie stolpern oder glitschen alle -
Ach Herbst, wie war der Sommer fad!

Der Mensch erkennt: Es regnet immer
und kleidet sich mit Gore-Tex.
Ansonsten bleibt er jetzt im Zimmer
und liest und nimmt sich Zeit beim Sex.

Ach Herbst, auch Du bist also wichtig.
Das war mir vorher nicht so klar.
Ich dachte nur - und das bleibt richtig:
Es fehlte sonst ein Vierteljahr!

 

1998

Der Regenwurm

Es war einmal ein Regenwurm, der mochte keinen Regen,
lag immer in der Sonne rum und trocknete deswegen.
Als er schon fast vertrocknet war, da sah ihn eine Meise,
die fraß den Wurm mit einem Biss als ihre Mittagsspeise.

Doch leider blieb der Trockenwurm in ihrem Halse stecken,
weshalb die arme Meise anfing, elend zu verrecken.
Ein Zeuge dieser Agonie war eine kleine Katze,
beendete den Todeskampf mit ihrer rechten Tatze.

Sie spielte mit der toten Meise noch für eine Weile,
und übersah das Auto wohl, das riss sie in zwei Teile.
Der Fahrer kriegte einen Schreck und fuhr auf einen Pfosten,
was ihm `ne Menge Ärger brachte und auch hohe Kosten.

Und die Moral von der Geschichte sehen wir mit Klarheit:
In "Schuster bleib bei deinem Leisten" steckt ein Körnchen Wahrheit.
Denn wollte unser Regenwurm dem Regen nicht entsagen,
dann wäre dieses Trauerspiel bis heut nicht zu beklagen!

 

 

1996

Das wose Rakel

Frahlt gehlig sich die Knolla-Bispe,
ob ruftig sie von Trapf beglait,
und siegelt sich mit knarer Nispe
ins schnappe, frause Kigelait.

"Was haft da ab, du trolles Wegel?"
So laut es durch den Ragelunft.
Die Suntart hat den Hugenjegel,
die Glage hat das Wiegenunft!

 

2002

Fischgebein

Hüte dich vor Fischgebein,
denn es kann dein Schaden sein.
Steckt die Gräte fest im Schlund,
wird die Speiseröhre wund.
Und es kommt, das ist kein Scherz,
schnell zu ausgeprägtem Schmerz.
Darum ziehe stets bei Tisch
alle Gräten aus dem Fisch!

Limericks

Es nahm ihren Bogen Athene
und schoss einen Pfeil von der Sehne.
Ins Herz traf sie Zeus.
Sie rief: "Ei der deus,
gezielt hatt‘ ick bloß uff de Beene..."

Und Zeus sprach: "Mein Kind bist du dumm!"
(Dabei fiel er langsam schon um.)
"Wenn Holz sich verzieht,
was hier oft geschieht,
sind Pfeile doch hoffnungslos krumm!"

Es wollt, ohne groß zu erröten,
ein Vampir einen Punker einst töten.
Doch biss er diesmal
in ein Halsband aus Stahl.
Nun ist wohl ein Zahnarzt vonnöten.

Ein Reeder besaß einen Frachter,
doch floss der Gewinn immer sachter.
Da nahm er das Schiff,
setzt es auf ein Riff.
Versicherung zahlte. Jetzt lacht er!

Es leimte ein fieser Verräter
einst einen Spion, und dann später
betäubt ihn mit Tee,
klaut ihm das "Sp".
Nun fliegt der als "Ion" durch den Äther.

Zum Pferd sagt die Fliege und grollt:
"Nie hast du Respekt mir gezollt!"
Das Pferd lacht gescheit,
dann tritt es sie breit.
Nun ist sie so groß wie gewollt.

Zwei Cowboys aus Michigan City,
die stritten sich um Pretty Kitty.
Tribut ward gezollt:
sie zogen den Colt –
doch leider zugleich, what a pity!

Ein Mann wollt‘ oral stets verkehren,
doch konnte die Frau sich erwehren:
Sie biss einfach zu,
nun lässt er ihr Ruh.
Ein Stück von sich muss er entbehren.